Das war 2013, das kommt 2014. Der Schwacke-Rückblick und die Vorschau.

Das war 2013, das kommt 2014. Der Schwacke-Rückblick und die Vorschau.

Während bei den Neuzulassungen noch viel Luft nach oben ist, kann sich der Handel über die Gebrauchtwagen-Geschäfte nicht beklagen. 2013 lief es hier ausgesprochen gut.
Das beste Geschäft seit sieben Jahren – auf diesen Nenner lassen sich die zurückliegenden zwölf Monate im Gebrauchtwagenhandel bringen. Ein Anstieg der Besitzumschreibungen auf rund sieben Millionen Fahrzeuge bedeutet eine spürbare Steigerung gegenüber 2012 – und das war bereits ebenfalls ein durchaus erfolgreiches Jahr.

Wie sehr sich die Verhältnisse inzwischen verbessert haben, zeigt sich insbesondere in der Rückschau auf das Krisenjahr 2009, als die „Abwrackprämie“ tiefe Schneisen in die Gebrauchtwagenlandschaft zog. Im Vergleich zu damals sind in 2013 fast eine Million gebrauchte Fahrzeuge mehr verkauft worden, eine Steigerung um 16 Prozent.

Trotz der guten Zahlen ist im Gebrauchtwagenhandel längst nicht alles im Lot, wie die jüngste SchwackeMarkenMonitor-Studie belegt. Dabei handelt es sich um eine Händlerzufriedenheitsumfrage, die 2013 bereits zum 16. Mal durchgeführt wurde. In über 1.000 Interviews befragte Schwacke Vertragshändler in Deutschland zu ihrem Verhältnis mit den Herstellern – und das scheint durchaus verbesserungsfähig. Viele Händler fühlen sich von den Herstellern und Importeuren alleine gelassen, die laut mehrheitlicher Meinung der Händler in erster Linie am Neufahrzeug-Absatz interessiert seien. Das Folgegeschäft wird dagegen vernachlässigt. Dabei drücken die Hersteller immer größere Mengen an Fahrzeugen mit taktischen Zulassungen in den Markt. Über 40 Prozent der Erstzulassungen in 2013 liefen auf Händler, Vermieter oder die Hersteller selbst. Eine bedenkliche Quote, die nicht ohne Folgen für die Marktverhältnisse bleibt: die Gebrauchtwagen werden immer jünger. Mittlerweile entfallen 19,5 Prozent der gehandelten Pkw aus Vorbesitz auf Fahrzeuge, die maximal zwei Jahre alt sind.

Eine Entwicklung, die jedoch nicht in jedem Segment zu beobachten ist: außerordentlich niedrige Eigenzulassungsquoten verzeichnen Geländewagen und SUV, speziell die kompakten SUV finden zum großen Teil private Käufer. Das hat durchaus Einfluss auf den Gebrauchtwagenmarkt: zum einen finden Second-Hand-SUV nach wie vor reißenden Absatz, speziell bei noch aktuellen Modellen übertrifft die Nachfrage das Angebot deutlich. Zum anderen wird sich daran auch kurzfristig nichts ändern, da private Käufer mit ihrer längeren Haltedauer trotz der boomenden Neuzulassungs-Zahlen nur mit Verzögerung für ein steigendes Angebot auf dem Gebrauchtwagenmarkt sorgen werden.

Die Aussichten für 2014 fallen nach der Schwacke-Prognose weiterhin gut aus. Wir erwarten zwar einen leichten Rückgang bei den gehandelten Stückzahlen von Gebrauchtfahrzeugen um rund 150.000 Einheiten, dennoch bleibt das Volumen hoch. Den segmentübergreifend sinkenden Stückzahlen werden die SUV auch weiterhin trotzen, hier rechnen wir mit einer Zunahme von 6,7 Prozent. Eine weitere gute Nachricht: die Restwerte steigen wieder. Nach einem zuletzt saisonbedingten kleinen Dämpfer Anfang 2014 erwartet Schwacke einen Anstieg der Restwerte um ca. 2 Prozent.

Kritisch wird bei Schwacke die große Anzahl der taktischen Zulassungen gesehen, die sich 2014 fortsetzen wird. Auch die hohen Neuwagen-Rabatte einzelner Hersteller werden den Gebrauchtmarkt weiterhin stark unter Druck setzen. Ein Lichtblick ist dabei jedoch die Verbraucherstimmung: die Investitionsbereitschaft der privaten Haushalte ist auf Rekord-Level und wird auch 2014 für eine solide Nachfrage sorgen.

 

 

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