Schätzung der Mietwagenkosten nach SCHWACKE

Schwacke

30 Sep 2015, Nachrichten

Das Landgericht vertritt in dem Rechtsstreit die Auffassung, dass zur Bestimmung des Normaltarifs das arithmetische Mittel nach SCHWACKE die richtige Schätzgrundlage ist, da die Fraunhofer Liste überwiegend auf Internetpreisen beruht, die ausschließlich bei Vorlage einer Kreditkarte erhältlich sind. Ebenso berücksichtigen die Internetangebote nicht, dass das tatsächliche Mietende unbekannt ist. Der Geschädigte verfügte weder über eine Kreditkarte noch konnte er zum Anmietzeitpunkt eine feste Mietdauer angeben, so dass laut Berufungsgericht die Fraunhofer Liste als Schätzgrundlage nicht geeignet ist.

Auf Basis der SchwackeListe Automietwagenklassen stufte das Landgericht die Mietwagenklasse für das verunfallte Fahrzeug ein. Eine Herabstufung  der Klasse auf Grund des Fahrzeugalters kam nicht in Betracht, da das verunfallte Fahrzeug keinem erheblichen herabgesetzten Gebrauchswert unterlag.

Während der Mietdauer schonte der Geschädigte sein eigenes Fahrzeug, so dass er sich im Wege der Vorteilsausgleichung ersparte Eigenaufwendungen anrechnen lassen muss. Diese Ersparnis würdigte das Gericht mit einem Abzug von 10 %  der Gesamtmietwagenkosten. 

Vereinbarte Zusatzleistungen wie Zustellgebühren, erweiterte Haftungsreduzierung, Winterbereifung und Navigationsgerät, die im Normaltarife nicht berücksichtigt sind, waren ebenfalls in Höhe der tatsächlichen Kosten erstattungsfähig.

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